Der senegalesische Wirtschaftsprofessor Felwine Sarr beendet sein 2019 auch auf deutsch erschienenes Buch „Afrotopia“ mit einem Appell zu einer kulturellen Revolution auf der Basis traditioneller afrikanischer Werte. Damit könne Afrika, wie zu Beginn der Menschheit, wieder zum „spirituellen Zentrum der Welt“ werden.

Am sog. „Postkolonialen Diskurs“, der die Orientierung am westlichen Entwicklungsmodell kritisiert, beteiligt sich auch der kamerunische Philosoph Achille Mbembe. Dieser (Autor u.a. von „Kritik der schwarzen Vernunft“) stellt fest, Europa sei müde geworden und repräsentiere mittlerweile „eine Welt nachlassender Lebenskraft“. Afrika solle seinen Blick „auf etwas Neues“ richten, „die Bühne betreten“ und für sich selbst und die gesamte Menschheit „neue Zeiten anbrechen“ lassen. Mbembe vertritt eine „Ethik des Passanten“, da der Mensch nicht von Geburt, Herkunft oder Rasse determiniert und an einen Ort der Welt gebunden sein dürfe.

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Das KulturForum Starnberg lädt unter dem Motto „Literatur bewegt“ zu einer kleinen literarischen Reihe ein. Im Zeitraum zwischen dem 5. November und dem 17. Dezember werden jeweils an einem Donnerstag vier namhafte Literaten aus aktuellen Werken lesen und mit uns über ie Rolle der Literatur als Motor und Spiegel von Themen debattieren, die die Gesellschaft bewegen.

Jonas LÜSCHER, „Ins Erzählen flüchten, Eine Poetikvorlegung“ (C.H. Beck 2020) Donnerstag, 05.11.2020, 19:00 Uhr Café Prinzregent/Hotel Bayerischer Hof, Bahnhofsplatz 12, Starnberg

Petra MORSBACH, „Der Elephant im Zimmer. Über Machtmissbrauch und Widerstand“ (Penguin 2020), Donnerstag, 19.11.2020, 19:00 Uhr, Gemeindesaal der ev. Kirchengemeinde Starnberg, Kaiser-Wilhelm-Straße 18, Starnberg

Ilja TROJANOW, „Doppelte Spur“ (S. Fischer 2020) Donnerstag, 03.12.2020, 20:00 Uhr Gemeindesaal der ev. Kirchengemeinde Starnberg, Kaiser-Wilhelm-Straße 18, Starnberg,

Anatol REGNIER, „Jeder schreibt für sich allein. Schriftsteller im Nationalsozialismus“, Café Prinzregent/Hotel Bayer. Hof, Bahnhofsplatz 12, Starnberg

Die literarische Reihe kann dank Fördermitteln des Deutschen Literaturfonds sowie des „Förderverein Buch e.V.“ durchgeführt werden. „Wir freuen uns sehr, dass wir als kleiner Kulturverein durch diese einmaligen Förderprogramme unterstützt werden.“

Für die Veranstaltungen gelten die zum jeweiligen Zeitpunkt bestehenden Covid19-Hygieneregeln.

Aufgrund des nur begrenzten Platzangebots bitten wir um eine frühzeitige und verbindliche Anmeldung unter: [email protected]

Seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 mit Hilfe des Westens herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Seit fast zehn Jahren kommt das Land nicht zur Ruhe. Der Konflikt ist nicht nur zwischen den Libyern, sondern verschiedene Staaten mischen sich ein. Es ist ein Stellvertreterkrieg geworden. Deshalb ist die Lage unübersichtlich und kompliziert.

Worum geht es bei dem Konflikt überhaupt? Was will General Haftar? Und was wollen Präsident Al Sarraj und die verschiedenen Milizen in Westlibyen? Und wer unterstützt wen? Ein Überblick: Die beiden wichtigsten Konfliktparteien sind die von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj geführte Einheitsregierung in Tripolis, die seit 2015 von der UN anerkannt wird, und General Khalifa Haftar. Er unterstützt eine Gegenregierung im Osten des Landes.

Haftars Truppen kämpften zunächst gegen islamistische Milizen in Ost-Libyen und eroberten 2014 die Großstadt Benghazi. Seither haben sie die wichtigsten Städte und Militärbasen im Osten im Süden des Landes eingenommen. Im April 2019 hat Haftar seinen Truppen den Befehl gegeben, die Hauptstadt Tripolis zu übernehmen. Dieser Versuch ist total gescheitert, rotz massiver Unterstützung von Frankreich, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten. Andererseits hat sich die Türkei auf der Seite Westlibyens eingemischt und Söldner nach Libyen geschickt.

Der Referent Abdul Hamtoun hat in Wien Politikwissenschaft studiert. Er lebt in München und ist seit 2014 Mitglied des Verfassungskomitees in Libyen. Dieses Komitee hat 58 Mitglieder, die aus ganz Libyen gewählt wurden, um eine neue libysche Verfassung zu erarbeiten.

Sonntag, 18. Oktober 2020, 11:00 Uhr

Bayerischer Hof Starnberg, Bahnhofsplatz 1
Eintritt € 8,–/6,–

Einladung zum 6. Film der Filmreihe „Afrika im Aufbruch“

Unser Blick auf Afrika ist häufig bestimmt durch Filme über Afrika, also den Blick von außen. Afrika erscheint noch immer als der dunkle Kontinent, westlicher Entwicklungshilfe bedürftig und also nicht eigenständig. Flüchtlingskrise und Debatten über Raubkunst haben in letzter Zeit dazu beigetragen, sich mit diesem Kontinent näher auseinanderzusetzen. Wie sehen Afrikaner sich selbst? Und wie präsentieren sie sich nach außen? Afrikanische Filmemacher haben seit Beginn der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten in den 60er Jahren versucht, einen eigenen selbstbewußten Blick auf ihre Gesellschaften zu entwickeln. Inzwischen gibt es in den Staaten südlich der Sahara eine blühende Filmindustrie.

Film 6:   Sonntag, 12. Januar 2020, 11:00 Uhr, Kino Breitwand Starnberg
BAMAKO /ML/FR/ 2006, Regie: Abderrahmane Sissako

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Unser Blick auf Afrika ist häufig bestimmt durch Filme über Afrika, also den Blick von außen. Afrika erscheint noch immer als der dunkle Kontinent, westlicher Entwicklungshilfe bedürftig und also nicht eigenständig. Flüchtlingskrise und Debatten über Raubkunst haben in letzter Zeit dazu beigetragen, sich mit diesem Kontinent näher auseinanderzusetzen. Wie sehen Afrikaner sich selbst? Und wie präsentieren sie sich nach außen? Afrikanische Filmemacher haben seit Beginn der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten in den 60er Jahren versucht, einen eigenen selbstbewußten Blick auf ihre Gesellschaften zu entwickeln. Inzwischen gibt es in den Staaten südlich der Sahara eine blühende Filmindustrie.

Film 5:   Sonntag, 08. Dezember 2019, 11:00 Uhr, Kino Breitwand Starnberg

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Edit: Wegen Erkrankung abgesagt. Termin wird nachgeholt.

Mit der Studie „Skandal in Togo“ hat Rebekka Habermas einen wichtigen, geradezu „bahnbrechenden“ Beitrag zur deutschen Kolonialismusgeschichte vorgelegt, verkündet Micha Brumlik. Dass die Historikerin ihre präzise und klare Fallstudie als „Microstoria“ anordnet, findet der Kritiker klug: Mehr noch als eine großangelegte Gesamtdarstellung vermittelt ihm Habermas die tatsächlichen, ambivalenten Züge des Herrschaftsmodells. Und so erfährt der Rezensent hier nicht nur, wie wenige weiße deutsche Männer, die ihr rassistisches Sexualregime über schwarze Frauen ausübten, mit gebildeten und humanitär gesinnten Missionaren konkurrierten, sondern auch, dass die von den Missionaren verteufelte Polygamie den Frauen stabile Lebensverhältnisse garantierte. Darüber hinaus liest der Kritiker bei Habermas nach, dass Entkolonialisierung und Kolonialismuskritik bereits während der deutsch-britischen Konkurrenz zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzte. (aus: Die Tageszeitung,1.10.16),

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Das Kulturforum Starnberg wird in diesem Jahr 30 Jahre alt.

Im Frühjahr 1989 wurde das Kulturforum der Sozialdemokratie gegründet und hat seither mit zahlreichen Angeboten in den Bereichen Kultur und politische Debatte zu einem offenen Diskurs im Landkreis beigetragen. Aus diesem Anlass laden wir zu einem besonderen Abend ein: einer Rückbesinnung auf bayerische Geschichte.

Wir feiern dies in der Starnberger Schlossberghalle mit

Hans Well und den Wellbappn: „Rotes Bayern – Die Münchner Revolution 1918 und die Räterepubliken 1919. Es lebe der Freistaat!“

und mit Gert Heidenreich, Gisela Schneeberger, Bernhard Butz, Johanna Bittenbinder, Heinz-Josef Braun

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19:30 Uhr, Schlossberghalle Starnberg
Eintritt: € 24,–; Mitglieder/Jugendliche: € 18,–
Kartenvorverkauf: Tourist Information Starnberg
[email protected], 08151-90600

Aus aktuellem Anlaß: Einladung zum Vortrag von Pete Burgess, London
„Irrungen und Wirrungen: Brexit – Past, Present, and Future“
Der Referent lebt als Politologe und Journalist in London, ist Research Fellow an der University of Greenwich, London, und war häufig Gast am Starnberger Institut zur Erforschung der Lebens-bedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt. Daher spricht er flüssig deutsch. Wir erwarten von ihm vertiefte Einblicke in die aktuelle politische Szene Großbritanniens aus erster Hand.

Montag, 23. September 2019, 19:30 Uhr
Bayerischer Hof Starnberg, Bahnhofsrondell (Eintritt € 8,–/ € 6,–)

Unser Blick auf Afrika ist häufig bestimmt durch Filme über Afrika, also den Blick von außen. Afrika erscheint noch immer als der dunkle Kontinent, westlicher Entwicklungshilfe bedürftig und also nicht eigenständig. Flüchtlingskrise und Debatten über Raubkunst haben in letzter Zeit dazu beigetragen, sich mit diesem Kontinent näher auseinanderzusetzen. Wie sehen Afrikaner sich selbst? Und wie präsentieren sie sich nach außen?
Afrikanische Filmemacher haben seit Beginn der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten in den 60er Jahren versucht, einen eigenen selbstbewußten Blick auf ihre Gesellschaften zu entwickeln. Inzwischen gibt es in den Staaten südlich der Sahara eine blühende Filmindustrie.
Einige neuere Filme aus verschiedenen Staaten Afrikas wollen wir Ihnen in den kommenden Monaten vorstellen. Wir beginnen damit im Rahmen des FünfseenFilmfestivals.

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Wir laden ein zu einer Exkursion nach Eichstätt: Stadtplanung der Gegenwart und Dom zu Eichstätt

In den vorigen Exkursionen haben wir kunstgeschichtliche Kontraste thematisiert: Den Regensburger Dom mit St. Franziskus in Burgweinting – den Meister von Rabenden mit dem Maximum Traunreut – das Ulmer Münster mit der Hochschule für Gestaltung. Die architektonischen Gegenpole standen dabei in räumlichem und zeitlichem Abstand zueinander. Anders diesmal: In der kleinen Bischofsstadt Eichstätt mit seiner katholischen Universität ist in der mittelalterlich und barock geprägten Altstadt eine einzigartige Symbiose alter und neuer Architektur zu erleben. Über ein bloßes Nebeneinander von Bauten verschiedener Epochen hinaus sieht man deren innige Durchdringung mit dem Ziel einer gemeinsamen Funktion in der Gegenwart.

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