Oslo will bis zum Jahr 2030 die erste emissionsfreie Hauptstadt der Welt werden. Das klingt sehr ehrgeizig, scheint aber aus heutiger Sicht erreichbar zu sein. Davon sind die Kommunen im Landkreis Starnberg weit entfernt. Was macht Oslo besser? Einer der Gründe ist der hohe Anteil an erneuerbaren Energien bei der Strom- und Wärmeversorgung von Norwegens Hauptstadt. Leider gibt es im Landkreis Starnberg zu wenige Hausbesitzer mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Denn eine Aussage des Energieversorgers Eon lässt aufhorchen: Demnach könnten sich Zweidrittel seiner Photovoltaik-Kunden komplett selbst mit ihrem Ökostrom versorgen, wenn sie die überschüssige Energie mittels Batterie speichern. Mittags gewonnene Energie steht dann am Abend zur Verfügung. Demnach könnten rund 20 Millionen Deutsche in Zukunft Strom-Selbstversorger sein.

Weitere Vorteile: Wird vor Ort im großen Umfang der Strom umweltfreundlich produziert, dann sind weniger Übertragungsnetze nötig und der Strom vom eigenen Dach sorgt dafür, dass eigene Elektroautos, E-Bikes und E-Tretroller mit Ökostrom geladen werden. „Es wäre wünschenswert, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger noch stärker als bisher an der CO²-Minderung und dem Klimaschutz beteiligen“, so der Stellvertretende Landrat Tim Weidner. „Auch der Landkreis Starnberg muss seine Anstrengungen verstärken“.

Mit den heutigen Mitteln wird man ihn vermutlich nicht exakt berechnen können. Nach den Aussagen der Denkfabrik Global Footprint Network wurde der sogenannte Erdüberlastungstag heuer am 29. Juli erreicht. Vielleicht war er auch schon früher oder etwas später – entscheidend ist die Botschaft: Mit erreichen des Erdüberlastungstags lebt die Menschheit in diesem Jahr auf Pump. Nach den Berechungen der Forscher hat die Menschheit beispielsweise durch den Flächenverbrauch, dem Raubbau an den Fischgründen und dem CO²-Ausstoß ihr Budget an natürlichen Ressourcen für dieses Jahr Ende Juli aufgebraucht und lebt seitdem – aus ökologischer Sicht – über ihren Verhältnissen.

Natürlich kann man die Frage stellen, ob mit dem Erdüberlastungstag oder der Ausrufung des Klimanotstands ein Alarmismus betrieben wird. Zweifelsohne werden weltweit zu viele Wälder abgeholzt, Meere sowie Flüsse verunreinigt und es sterben Pflanzen- und Tierarten aus. Ein Umsteuern ist notwendig, denn die Weltbevölkerung verbraucht aktuell so viel als gäbe es kein Morgen. „Appelle an andere richten, das ist die billige Variante“, so der Stellvertretende Landrat Tim Weidner in einer Debatte des Kreistages über den Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis. „Jetzt kommt es darauf an, dass jene, die selbst aktiv werden können, vor der eigenen Türe kehren und ihren Beitrag leisten“.

In der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause war die Umsetzung des Klimapakts des Landkreises Starnberg und der Stand der Energiewende ein Themenschwerpunkt. Unabhängig davon, ob im Landkreis der „Klimanotstand“ ausgerufen werden soll – oder nicht: viele Bürgerinnen und Bürger haben noch zahlreiche ungenutzte Möglichkeiten, um ihren konkreten Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

So geht der Energiebericht des Landkreises Starnberg regelmäßig darauf ein, dass einerseits die Sanierungsquote im öffentlichen Gebäudebestand vorbildlich gut, doch andererseits im privaten Gebäudebestand sehr schlecht ist. Für Hauseigentümer dürften daher Erhebungen des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) und des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) von Interesse sein, wonach etwa 57 Prozent (rund 12 Mio. Anlagen) der circa 21 Millionen in Deutschland installierten Heizungen ineffizient sind. Der Grund: Jede zweite Heizungsanlage in Deutschland ist älter als 20 Jahre und ab einem Alter von 15 Jahren arbeitet ein Heizkessel in der Regel nicht mehr richtig. Dieses Verhältnis dürfte auch im Landkreis Starnberg nicht viel anders sein.

Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung müssen die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor von 119 Millionen Tonnen (Referenzjahr 2014) bis zum Jahr 2030 deutlich auf 72 Millionen Tonnen reduziert werden. Aus Sicht des BDH ist das Erreichen dieses Ziels mit den heute verfügbaren Heizungstechnologien möglich(!). „Wir wollen nicht, dass die Klimaziele verfehlt werden. Bei der Wärmewende sind bei uns im Landkreis noch viele Möglichkeiten ungenutzt. Ich bitte die betroffenen Hausbesitzer, sich aktiv an der CO2-Minderung und damit am Klimaschutz zu beteiligen sowie entsprechende Förderprogramme zu nutzen“, so der Stellvertretende Landrat Tim Weidner.

Heute vor einem Jahr ist Erika Laurent gestorben. Wir denken an sie und an ihre Verdienste für unseren Ortsverein und für die Gemeinde Berg. Lange bevor es in Berg eine Partei für Umwelt gab, hat Erika Laurent als Gemeinderätin und Umweltreferentin (1984-2002) mit der Berger SPD und der Handzettel-Serie „Roter Punkt“ die Notwendigkeit des Umwelt- und Ressourcenschutzes in die Öffentlichkeit gebracht und die Berger Bevölkerung mit vielen Aktionen zum Müllvermeiden, zum Artenschutz, zum sparsamen Umgang mit Energie, zur umweltfreundlichen Mobilität oder zum zurückhaltenden Flächenverbrauch informiert und zum Umdenken aufgefordert.
In der von ihr gegründeten „Umweltgruppe Berg“ engagierten sich v.a. Frauen. Ein großer Erfolg wurde beispielsweise das Geschirrmobil. Um Einweg- und Plastikgeschirr zu vermeiden, konnte man für größere Feste Porzellangeschirr ausleihen. Alle diese Themen haben nichts von ihrer Aktualität verloren. Liebe Erika, wir als Berger SPD machen in deinem Sinne weiter!

Der „Rote Punkt“ errreichte auch bundesweit Aufmerksamkeit. So erhielt die Berger SPD im Rahmen des bundesweit ausgeschriebenen Dröscher-Preises 1984 den 2. Preis als „aktiver Ortsverein“, und Willy Brandt, damals Parteivorsitzender, überreichte Erika Laurent die Urkunde persönlich (noch mit auf dem Bild rechts von Erika: Sigi Danninger und Karl und Maria Brunnhuber).



Wir laden ein zu einer Exkursion nach Eichstätt: Stadtplanung der Gegenwart und Dom zu Eichstätt

In den vorigen Exkursionen haben wir kunstgeschichtliche Kontraste thematisiert: Den Regensburger Dom mit St. Franziskus in Burgweinting – den Meister von Rabenden mit dem Maximum Traunreut – das Ulmer Münster mit der Hochschule für Gestaltung. Die architektonischen Gegenpole standen dabei in räumlichem und zeitlichem Abstand zueinander. Anders diesmal: In der kleinen Bischofsstadt Eichstätt mit seiner katholischen Universität ist in der mittelalterlich und barock geprägten Altstadt eine einzigartige Symbiose alter und neuer Architektur zu erleben. Über ein bloßes Nebeneinander von Bauten verschiedener Epochen hinaus sieht man deren innige Durchdringung mit dem Ziel einer gemeinsamen Funktion in der Gegenwart.

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Einladung zur Führung durch die Ausstellung Revolution in der Provinz: Starnberg im November 1918 und zum Film „Eisner, der unbequeme Ministerpräsident

Auch Starnberg wurde von der Revolution erfasst, die im November 1918 zur Gründung des Freistaats Bayern führte. Die Ausstellung im Museum Starnberger See legt ihren Schwerpunkt auf die Aktionen des Starnberger Arbeiter- und Bürgerrats in den verschiedenen Phasen der Revolution bis zur Radikalisierung während der Räterepublik. Ein zweiter Schwerpunkt sind die Ereignisse beim Einmarsch Württemberger Freikorps am 29. April, als auf der Bleichwiese (Nähe Bahnhof Nord)  28 Rotgardisten und weitere Revolutionäre erschossen wurden. Mit ihren vielen bislang unbekannten Bildern und Textquellen ist die Ausstellung, die nur noch bis 14.7.2019 zu sehen ist, ein wichtiger Beitrag zur Mikrogeschichte der Revolutionsjahre 1918/19. (Führung: Angela Müller, Zeithistorikerin)

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Einladung zum Vortrag von Wolfgang Ruppert: „Künstler! Kreativität zwischen Mythos, Habitus und Profession“

Wolfgang Ruppert betrachtet Varianten des Künstlerhabitus im Lauf des 20. Jahrhunderts und schlägt dabei einen Bogen von Klee und Kandinsky über das Bauhaus, Leni Riefenstahl, Joseph Beuys, Otl Aicher, Gerhard Richter, Martin Kippenberger, Schlingensief und Meese bis hin zu Pina Bausch. Als Kulturhistoriker geht es ihm um den sozialen Ort der Künstler, deren jeweilige symbolische Mittel und ihre Prägungen in der Zeitgenossenschaft. Dabei kombiniert die Studie strukturelle Bedingungen des Künstlerseins mit knappen biografischen Fallstudien. Die Denkfigur von der Autonomie des modernen Künstlers in der künstlerischen Arbeit wird dabei mit einer Realität konfrontiert, in der Kunstbetrieb und Kunstkritik dieser Autonomie eine Grenze setzen.

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Über den, aus Sicht der Kreistagsfraktion, für die Zukunft des Landkreises wegweisende SPD-Antrag mit dem langen Titel: „Gewerbeflächen gemeinsam nachhaltig entwickeln – Lebensqualität bewahren, Landschaft schützen und Infrastruktur optimieren“ ist bereits in der Kreistagssitzung am 15. Oktober 2018 beraten und sind die notwendigen Beschlüsse gefasst worden. Falls die Gemeinden des Landkreises, die die kommunale Planungshoheit haben, einverstanden sind, werden die Kreisgremien mit der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwichlung (gwt) ein Konzept für die künftige räumlliche Entwicklung im Landkreis Starnberg erarbeiten sowie ein Projekt zum Thema „Flächenmanagement“.

Der Kreistag steht regelmäßig vor der Herausforderung darüber zu entscheiden, ob Grundstücke aus dem Landschaftsschutz heraus genommen werden, um in neue Gewerbegebiete umgewandelt zu werden.

Im Einzelfall ist das Interesse einer Kommune an der Ansiedlung von Gewerbe verständlich. In der Gesamtperspektive ist es, aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion, jedoch nötig, darüber zu entscheiden, in welche Richtung sich unserer Landkreis entwickeln soll und in welcher Gebietskulisse wir künftig leben möchten.

Ziel der Raumanalyse soll sein, eine valide Übersicht aller Potentialflächen zu erhalten, die sich überhaupt noch zur Ausweisung als Gewerbegebiet im Landkreis Starnberg eignen, und die einen möglichst geringen Eingriff in die Landschaft nach sich ziehen. Dies soll als Grundlage für die Entscheidung über die Ausweisung künftiger Gewerbegebiete dienen.

Der Landkreis braucht zudem ein intelligentes Flächenmanagement. Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion kann eine entsprechende Flächenmanagement-Datenbank des Landkreises und der Kommunen ein wirksames Instrument zum Flächensparen sein.

Erstaunlicherweise ist dann die GRÜNEN-Kreistagsfraktion mit dem Antrag auf Entwicklung eines Brachflächen- und Leerflächenkatasters nachgezogen, konnte aber in der Kreistagssitzung am 27. Mai 2019 nicht erklären, wo nun neue Aspekte zu dem Antrag der SPD-Fraktion hinzugekommen sind. Zudem wurde die gemeindliche Planungshoheit im GRÜNEN-Antrag völlig außer Acht gelassen. Das ist schon sehr befremdlich und wurde vom Kreistag entsprechend behandelt.

Der Landkreis Starnberg will in Herrsching ein neues dreizügiges Gymnasium bauen. In der heutigen Kreistagssitzung wurden erstmals verschiede Varianten für den Neubau vorgestellt und diskutiert. Doch zuvor musste über einen Antrag aus den Reihen der Freien Wähler abgestimmt werden, der eine Verschiebung des Baubeginns verlangt, „bis die Preise im Bausektor wieder Normalniveau erreicht haben“. In der Debatte hat sich SPD-Fraktionsvorsitzender Tim Weidner gegen eine weitere Verschiebung ausgesprochen, denn „wir sind ohnehin schon im Verzug“. Es sei zwar richtig, das man derzeit gar nicht so schnell bauen könne, wie die Baupreise anziehen, so Weidner. Doch wegen der Wiedereinführung des G 9 fehlen künftig Klassenzimmer. Dazu kommt das erwartete Bevölkerungswachstum bis in die 2030er Jahre und die für den westlichen Teil des Landkreises vorhergesagten steigenden Übertrittsquoten auf das Gymnasium. Daher muß der Landkreis, nach Ansicht der SPD, für ein ausreichendes gymnasiales Angebot sorgen. Der Antrag auf eine Bauverschiebung wurde im Kreistag mit großer Mehrheit, auch mit den Stimmen der SPD-Fraktion, abgelehnt. Die vorgelegten Pläne werden nun im Kreisbau-Ausschuss und im Kreis-Ausschuss vertieft bearbeitet.

SPD will eigenen Schulausschuss für den Kreistag

Für die neue Amtszeit des Kreistags ab Mai 2020 ist, nach Meinung der SPD, ein eigener Schulausschuss im Kreistag erforderlich, da neben dem Neubau des Gymnasiums in Herrsching und der FOS in Starnberg auch die Übernahme des Gymnasiums in Tutzing sowie eventuell weiterer weiterführender Schulen auf der Agenda stehen wird. Dazu kommt für die Bildungsregion Starnberg das Großprojekt der Digitalisierung. Das kann nicht „nebenher erledigt werden“, sagt Tim Weidner.

Mit Kernkompetenz ins Landratsamt: Der Vorstand der SPD im Landkreis hat Christiane Kern einstimmig zur Landratskandidatin für die Kommunalwahl 2020 nominiert.

„Ich habe im Landtagswahlkampf den Landkreis kennen und schätzen gelernt“, erklärt die 46-Jährige. „Jetzt möchte ich gerne als Landratskandidatin das Meine dazu beitragen, dass die Menschen hier auch in Zukunft gut und sicher leben können“, so die Kriminalhauptkommissarin.

Daher ist sie Anfang des Jahres Starnbergerin geworden und möchte nicht nur auf der Kreistagsliste kandidieren, sondern auch als Stadträtin für Starnberg.

„Man muss Nägel mit Köpfen machen“, sagt Christiane Kern, die ihre politischen Ämter in München – sie ist gewählte Fraktionsvorsitzende im Bezirksausschuss – am Ende der Legislatur nicht fortsetzen wird und sich ganz auf Starnberg konzentriert.

Ebenso zufrieden mit der Kandidatin zeigte sich Tim Weidner, SPD-Fraktionschef im Kreistag: „Christiane Kern ist bodenständig und pragmatisch, sie kennt sich mit der Verwaltung aus und weiß mittlerweile genau, welche Themen es im Landkreis anzupacken gilt.“ Das ist in erster Linie das Thema Bildung mit Fokus auf die Übernahme der weiterführenden Schulen durch den Landkreis als Angebot für jene Gemeinden bzw. Zweckverbände, die ihr Gymnasium oder ihre Realschule an den Landkreis abgeben wollen. Dadurch kommt die Schulträgerschaft in eine Hand: das ist besser und effizienter.
Zudem wird die kommunale Daseinsvorsorge ein echter Schwerpunkt sein -hinter dem sperrigen Begriff versteckt sich, dass wir die landkreiseigenen Unternehmen (Krankenhäuser, Awista) behalten und darauf achten, dass sie nicht von ausländischen Investoren übernommen werden.
Die Themen bezahlbares Wohnen und Klimaschutz spielen darüber hinaus ebenfalls eine große, wichtige Rolle.