Der Starnberger Kreistag hat sich im Jahr 2005 mit seinem Beschluss zur Energiewende das Ziel gesetzt, dass sich der Landkreis Starnberg bis zum Jahr 2035 vollständig mit Erneuerbaren Energien versorgen soll. Im Jahr 2010 wurde ein „Klimaschutzkonzept Fünfseenland“ erstellt. Trotz des großen Engagements vieler ehrenamtlicher und hauptamtlicher Akteure in den vergangenen Jahren, ist spätestens mit der jüngst veröffentlichten Bilanz im Energiebericht für den Landkreis Starnberg deutlich geworden: Der Landkreis Starnberg wird seine Anstrengungen verstärken müssen. Daher stellte die SPD-Kreistagsfraktion den Antrag, dass die Landkreisverwaltung – unter Einbeziehung des bestehenden Teilflächennutzungsplans „Windkraft“ und eventuell bereits erstellter weiterer Gutachten – einen aktualisierten Berichts zur Frage, ob und wo im Landkreis Starnberg weitere Windkraftprojekte realisiert werden könnten, vorlegen soll. Insbesondere sollen die Möglichkeiten für Bürgerwindkraftanlagen nach dem Vorbild der Gemeinde Berg sowie Chancen für Windkraftanlagen in kommunaler Hand geprüft werden, damit eine nachhaltige, sichere und bezahlbare Energieversorgung für den Landkreis Starnberg erreicht werden kann.

Natürlich müssen die Vorbehalte weiter Teile der Bevölkerung gegen neue Windkraftanlagen sehr ernst genommen werden. Gerade auch die Ablehnung des derzeitigen bayerischen Wirtschaftsministers gegen neue Stromtrassen für sauberen Strom aus dem Norden, machen eine Stromerzeugung vor Ort immer dringender. Und die freitäglichen Schülerproteste, initiiert von der jungen Schwedin Greta, haben die Jugendlichen in Bayern aktiviert, die um ihre Zukunft fürchten. Daher ist davon auszugehen, dass sich angesichts der drohenden Klimaerwärmung auch in Bayern die Akzeptanz und die Einsicht in die Notwendigkeit, neue Windkraftanlagen zu bauen, erhöht.

Im Rahmen der diesjährigen Energiepreisverleihung am 24.01.19 im Landratsamt wurde seitens der Landkreisverwaltung der neueste Energiebericht vorgestellt. Der Landkreis Starnberg konnte vor allem bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen, auch dank der Solarkampagne, leicht zulegen. Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion wird es allerdings nicht gelingen, das Ziel zu erreichen, bis 2035 so viel Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, wie im Landkreis verbraucht wird und damit einen Beitrag gegen die mittlerweile immer bedrohlicher werdende globale Erwärmung zu leisten . „Wir kommen zwar voran, aber viel zu langsam“, sagen die erfahrenen Kreisräte Sissi Fuchsenberger und Tim Weidner. Während in der Bundesrepublik inzwischen über ein Drittel des erzeugten Stroms von Sonne, Wind und Wasserkraft kommt, liegt der Anteil im Landkreis gerade einmal bei 14,5 Prozent. Der Zuwachs geht vor allem auf das Konto der Berger Windräder, die Ende 2015 in Betrieb gegangen sind und im vergangenen Geschäftsjahr eine Rendite von 6 Prozent erwirtschaften konnten. Die Gemeinde Berg deckt durch die vier Anlagen inzwischen den eigenen Stromverbrauch. Auch andere Gemeinden im Landkreis haben Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen, diese Projekte aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr weiterverfolgt.

Doch nun gibt es im Gemeinderat in Seefeld, ausgelöst durch den Antrag der SPD-Kreistagsfraktion, neue Überlegungen zu den möglichen Standorten für Windenergieanlagen. Sie befinden sich zwar in der Einflugschneise sowie in der Senderschutzzone des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen. Deswegen wurden von den Luftfahrtbehörden zu möglichen Windrädern ablehnenden Stellungnahmen vorgetragen – allerdings immer nur mündlich. Jetzt verlangt der Seefelder Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Energie eine schriftliche Stellungsnahme der Fachbehörden, um dann über die möglichen weiteren Schritte beraten zu können.

Interessant in diesem Zusammenhang: Inzwischen gibt es laut Auskunft des beratenden Ingenieurbüros Sing nunmehr Anlagen für Schwachwindgebiete, die bis zu 500.000 Euro günstiger sind – die aber bis zu 50 Prozent mehr Leistung als die vorherige Generation der Windkraftanlagen aufweisen. Das Fazit der SPD: Es ist klar, dass weltweit ein Umdenken und ein entsprechendes Handeln vor Ort erfolgen muss, wenn die globale Erwärmung mit ihren bekannten Folgen verlangsamt werden soll.

Oslo will bis zum Jahr 2030 die erste emissionsfreie Hauptstadt der Welt werden. Das klingt sehr ehrgeizig, scheint aber aus heutiger Sicht erreichbar zu sein. Davon sind die Kommunen im Landkreis Starnberg weit entfernt. Was macht Oslo besser? Einer der Gründe ist der hohe Anteil an erneuerbaren Energien bei der Strom- und Wärmeversorgung von Norwegens Hauptstadt. Leider gibt es im Landkreis Starnberg zu wenige Hausbesitzer mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Denn eine Aussage des Energieversorgers Eon lässt aufhorchen: Demnach könnten sich Zweidrittel seiner Photovoltaik-Kunden komplett selbst mit ihrem Ökostrom versorgen, wenn sie die überschüssige Energie mittels Batterie speichern. Mittags gewonnene Energie steht dann am Abend zur Verfügung. Demnach könnten rund 20 Millionen Deutsche in Zukunft Strom-Selbstversorger sein.

Weitere Vorteile: Wird vor Ort im großen Umfang der Strom umweltfreundlich produziert, dann sind weniger Übertragungsnetze nötig und der Strom vom eigenen Dach sorgt dafür, dass eigene Elektroautos, E-Bikes und E-Tretroller mit Ökostrom geladen werden. „Es wäre wünschenswert, wenn sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger noch stärker als bisher an der CO²-Minderung und dem Klimaschutz beteiligen“, so der Stellvertretende Landrat Tim Weidner. „Auch der Landkreis Starnberg muss seine Anstrengungen verstärken“.

Mit den heutigen Mitteln wird man ihn vermutlich nicht exakt berechnen können. Nach den Aussagen der Denkfabrik Global Footprint Network wurde der sogenannte Erdüberlastungstag heuer am 29. Juli erreicht. Vielleicht war er auch schon früher oder etwas später – entscheidend ist die Botschaft: Mit erreichen des Erdüberlastungstags lebt die Menschheit in diesem Jahr auf Pump. Nach den Berechungen der Forscher hat die Menschheit beispielsweise durch den Flächenverbrauch, dem Raubbau an den Fischgründen und dem CO²-Ausstoß ihr Budget an natürlichen Ressourcen für dieses Jahr Ende Juli aufgebraucht und lebt seitdem – aus ökologischer Sicht – über ihren Verhältnissen.

Natürlich kann man die Frage stellen, ob mit dem Erdüberlastungstag oder der Ausrufung des Klimanotstands ein Alarmismus betrieben wird. Zweifelsohne werden weltweit zu viele Wälder abgeholzt, Meere sowie Flüsse verunreinigt und es sterben Pflanzen- und Tierarten aus. Ein Umsteuern ist notwendig, denn die Weltbevölkerung verbraucht aktuell so viel als gäbe es kein Morgen. „Appelle an andere richten, das ist die billige Variante“, so der Stellvertretende Landrat Tim Weidner in einer Debatte des Kreistages über den Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis. „Jetzt kommt es darauf an, dass jene, die selbst aktiv werden können, vor der eigenen Türe kehren und ihren Beitrag leisten“.

In der letzten Kreistagssitzung vor der Sommerpause war die Umsetzung des Klimapakts des Landkreises Starnberg und der Stand der Energiewende ein Themenschwerpunkt. Unabhängig davon, ob im Landkreis der „Klimanotstand“ ausgerufen werden soll – oder nicht: viele Bürgerinnen und Bürger haben noch zahlreiche ungenutzte Möglichkeiten, um ihren konkreten Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

So geht der Energiebericht des Landkreises Starnberg regelmäßig darauf ein, dass einerseits die Sanierungsquote im öffentlichen Gebäudebestand vorbildlich gut, doch andererseits im privaten Gebäudebestand sehr schlecht ist. Für Hauseigentümer dürften daher Erhebungen des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) und des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) von Interesse sein, wonach etwa 57 Prozent (rund 12 Mio. Anlagen) der circa 21 Millionen in Deutschland installierten Heizungen ineffizient sind. Der Grund: Jede zweite Heizungsanlage in Deutschland ist älter als 20 Jahre und ab einem Alter von 15 Jahren arbeitet ein Heizkessel in der Regel nicht mehr richtig. Dieses Verhältnis dürfte auch im Landkreis Starnberg nicht viel anders sein.

Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung müssen die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor von 119 Millionen Tonnen (Referenzjahr 2014) bis zum Jahr 2030 deutlich auf 72 Millionen Tonnen reduziert werden. Aus Sicht des BDH ist das Erreichen dieses Ziels mit den heute verfügbaren Heizungstechnologien möglich(!). „Wir wollen nicht, dass die Klimaziele verfehlt werden. Bei der Wärmewende sind bei uns im Landkreis noch viele Möglichkeiten ungenutzt. Ich bitte die betroffenen Hausbesitzer, sich aktiv an der CO2-Minderung und damit am Klimaschutz zu beteiligen sowie entsprechende Förderprogramme zu nutzen“, so der Stellvertretende Landrat Tim Weidner.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ war ein großer Erfolg. Neben den Beitrag, den die Landwirtschaft zum Artenschutz leisten soll, werden auch vermehrt die Stimmen laut, die nicht nur die Bauern in der Pflicht sehen. Wir alle, die Kommunen, die Gartenbesitzer, die Gärtnereien, die Verbraucher, die Autofahrer haben es in der Hand, ob es uns Ernst ist mit Natur- und Artenschutz. Die Bundesumweltministerin wird ein Gesetz auf den Weg bringen, das alle Beteiligten mit in die Pflicht nimmt.

Natur- und Klimaschutz müssen immer zusammen gedacht werden. Der Kohleausstieg ist bereits eine beschlossene Sache – dauert aber noch. Umso wichtiger ist es daher, dass auch in den Kommunen und Landkreisen ein Beitrag dazu geleistet wird. Die SPD-Kreistagsfraktion hat dazu einen Antrag eingereicht. Den Wortlaut lesen Sie hier: Antrag:  Wie geht es weiter mit der Windkraft im Landkreis Starnberg?

Der Anteil der reinen Elektrofahrzeuge im Landkreis steigt kontinuierlich an, mittlererweile gibt es auch 15 Ladesäulen mit 29 Ladepunkten. Man kann sie auf dem bayernweiten Ladeatlas finden. Mit dem oben genannten Ziel Weiterlesen

Unter dem  Titel „Klimafaktor Mensch“ ist zur Zeit eine Ausstellung im Landratsamt zu sehen. Der Mensch verändert das Klima und lässt mit seinen Aktivitäten die Temperatur seit der Industrialisierung deutlich ansteigen. Wir können das Rad nicht mehr zurückdrehen. Aber durch intelligente Erneuerungen im Bereich Energieerzeugung, Speicherung und Einsparung ist der Mensch gleichwohl in der Lage, den Temperaturanstieg zu bremsen. Auch der Landkreis hat sich seit 2005 auf den Weg gemacht, Weiterlesen

und ab diesem Moment wird eingespeist. Das Windrad Nr. 3 in den Wadlhauser Gräben wurde nach der Abnahme durch die Fa. Enercon von Bürgermeister Monn  heute um 11:10 in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Windgeschwindigkeit 17 m/s, die Nennleistung von 3 MW wird bereits ab 12 m/s erreicht. Bis zum Jahresende gehen noch die Anlagen 1, 2 und 4 ans Netz und erzeugen damit im Jahresmittel mehr Strom, als die Gemeinde Berg mit ihren über 8000 Einwohnern benötigt.
Für das Weltklima, Weiterlesen

Jährlich wird im Landkreis Starnberg der Energiepreis vergeben. Dabei sollen Personen/Körperschaften bedacht werden, die sich um die Energiewende besonders verdient gemacht  und deren Projekte Vorbildcharakter haben. Die Gemeinde Berg wird mit ihren vier Windenergieanlagen, die im Spätherbst einspeisen werden, und womit jährlich ca. 13000  CO2 vermieden werden kann, die  Energiewende im Landkreis ein großes Stück voranbringen.

Genau das war der Zweck der „Ladesäulen-Tour“ durch den Landkreis, die von der Verkehrsmanagerin des Landratsamtes Susanne Münster (Mitte neben dem Berger Optiker Herrn Reitberger und Kreisrätin Sissi Fuchsenberger) initiiert wurde. Interessierte Bürger/innen konnten  gestern an den 8 Standorten Gilching-Argelsried (S-Bahnhof), DLR (Oberpfaffenhofen), an der S-Bahn in Hechendorf, in Inning-Buch (bei Fa. Allner-Kiehling) , vor der VR-Bank am Bahnhof in Herrsching, vor Optik-Reitberger in Berg, beim Hotel Vier-Jahreszeiten in Starnberg (Tiefgarage) und vor dem P+R am Bahnhof-Nord in Starnberg Infos und Erfahrungsberichte der E-Auto-Nutzer bekommen.  Inzwischen sind im Landkreis über 100 Elektro-Autos zugelassen. Weitere Infos unter: http://www.lk-starnberg.de