Diesen Vorwurf erhebt Dr. Ernst Hillebrand, Leiter des Referats Internationale Politikanalyse der Friedrich-Ebert-Stiftung. Aus Gründen der political correctness und der Sorge, in die falsche Ecke gestellt zu werden, habe man die Augen vor dem wachsenden Gewaltpotential des Islamismus verschlossen. „Islam ist Barmherzigkeit“- aus dem Buch von Mouhanad Khorchide zitierte der evangelische Pastor  Schröder der Friedenskirche in Starnberg, in deren Räumen die Diskussion stattfand. Aber der Islam hat zwei Seiten, wie Johano Strasser (Bild), Mitglied der SPD-Grundwerte-Kommission erklärte- eine barmherzige und eine gewaltbereite, die sich in der Zeit, als Mohammed Staatsmann war, ausprägte.  Religiöse Schriften wie Bibel und Koran müssen immer vor dem historischen Hintergrund, vor dem sie entstanden sind, gelesen werden und da gibt Nachholbedarf für den Islam, genauso aber für das fundamentale Christentum, das sich in den USA breit gemacht hat. Nicht alle Imame in Deutschland distanzieren sich nachhaltig vom Islamismus, der nicht zuletzt auch durch große Fehler und Fehleinschätzungen der USA zu dem geführt hat, was wir heute beklagen. Ein staatlich kontrollierter Islam-Unterricht an Schulen und Universitäten  ist nötig, dann kann der Islam bei uns zu einer  Gleichberechtigung  gelangen, die ihm in einer aufgeklärten Gesellschaft zusteht. Ohne relativieren zu wollen, wies Strasser auf die Barbarei hin, die z.B. in Mexiko von katholisch sozialisierten Menschen begangen wurde. Menschenrechte sind universell und müssten global gelten. Das müssen westliche Politiker im Blick haben und überdenken, wenn sie  ihre Beziehungen zu arabischen Despotien gestalten. Die Sozialdemokratie sollte immer wieder verstärkt und lautstark darauf hinweisen, es sind ihre ureigenen Grundwerte!
Wie kann man verhindern, dass junge Muslime und Konvertiten (und es sind nicht immer nur die Jugendlichen aus prekären und hoffnungslosen Verhältnissen) in den heiligen Krieg ziehen? Das Publikum war sich einig: Niederschwellige Integrationsmaßnahmen sind wichtig. Aber es muss auch  ein Umdenken stattfinden, gerade auch in den Köpfen der Arbeitgeber, die leider immer wieder Bewerber mit ausländischen Namen ablehnen. Es gibt aber auch eine Holschuld der  Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben wollen. Immer wieder lassen sich auch Jugendliche aus der etablierten Mittelschicht von der Ideologie einer rigiden Lehre faszinieren. Sie suchen und finden dort eine sinnstiftende Identität, eine Aufwertung ihrer Existenz. Wir müssen uns die Frage stellen, warum wir- auch und gerade unsere Kirchen- darauf keine Antwort geben können.

„Den Islam neu denken“-. mit dieser Forderung der Islamwissenschaftlerin und Professorin der Universität Hamburg Katajun Amirpur, werden sich  die Muslime weltweit auseinandersetzen müssen. Der Islam kann nur mit der Demokratie vereinbart werden, wenn die Muslime diese Vereinbarkeit entstehen lassen wollen. Wenn man sich die Geschichte der Religionen ansieht, muss man sich auch hier auf lange Zeitspannen einlassen.

Elisabeth Fuchsenberger

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