Im vollbesetzten Saal der Gilchinger Gaststätte Schützenhaus stellte der SPD-Bürgermeister Manfred Walter die Pläne der Gilchinger SPD für ein neues Schulkonzept vor.

Zunächst gab der Bürgermeister einen Überblick über die gegenwärtige Schulsituation in Gilching: die aktuellen Schülerzahlen in den Grundschulen würden voraussichtlich gleich bleiben, da der Zuzug den Geburtenrückgang ausgleichen würde. Problematisch würde die Grundschulsituation erst, wenn vom Kultusministerium die Ganztagsschule eingeführt werden würde, denn dann müsste das bisherige Raumangebot verdoppelt werden.

Sehr positiv wird der bestehende Mittelschulverbund mit Herrsching gesehen, wichtig ist, dass der M-Zug in Gilching bestehen bleibt, die Mittlere Reife ist sehr gefragt. Daher ist es bedauerlich, dass es in Gilching keine Realschule gibt, die Schüler pendeln teils nach Herrsching (174 Schüler), teils nach Germering. Umgekehrt pendeln 240 Herrschinger Gymnasiasten nach Gilching. Die bereits vor Kurzem vorgestellte Dependance-Lösung würde gegenüber der derzeit gestellten Forderung nach einem zweiten Gymnasium mit Standort Herrsching viele Vorteile bringen:

Das Christoph-Probst-Gymnasium (CPG) würde nicht „geleert“ werden, die Kosten für einen Schulneubau in Herrsching würden entfallen. Die Gymnasiasten aus Herrsching, Andechs, Seefeld und Inning (in diesem Schuljahr 572) würden die Herrschinger Dependance besuchen und hätten kürzere Schulwege. Und im Gegenzug könnten die Weßlinger und Gilchinger Schüler eine wohnortnahe Realschul-Dependance im Gilchinger Gymnasium besuchen.

Besonders mit Blick auf die enormen Erweiterungs- und Sanierungskosten, die der Schulzweckverband für das CPG und die Realschule in den letzten Jahren (15 Mio. Euro CPG) und in den kommenden drei Jahren (33,3 Mio Euro für beide Schulen) aufwenden muss, wäre eine Reduzierung der Schülerzahl um ein Drittel im CPG eine tragische Entwicklung.

Eine Pädagogin unter den Zuhörern meinte, dass das CPG mit der Dependance-Lösung auch für Lehrkräfte an Attraktivität gewinnen würde, momentan kennen sich die Lehrkräfte an der riesigen Schule kaum untereinander, bei einer Teilung würde das CPG wieder ein intimeres Arbeitsklima bekommen.

Auf eine sehr große Resonanz stieß Manfred Walter mit seinem Vorschlag, eine FOS/BOS in Gilching einzurichten. Dieser Schultypus ist im ganzen Landkreis nicht vorhanden, Fachoberschüler müssen extrem lange oder umständliche Wege nach München und Fürstenfeldbruck in Kauf nehmen. In Gilching bieten sich gleich mehrere Standorte für eine FOS/BOS an: in Bahnhofsnähe auf dem Grundstück des Freistaats, wo momentan die Straßenmeisterei untergebracht ist, oder nahe dem neuen Rathaus im Zentrum. Mit einer Realschul-Dependance und einer FOS/BOS wäre Gilching ein perfekter Schulstandort und würde alle Möglichkeiten der Weiterbildung anbieten.
Die SPD-Kreistagsfraktion hat daher den Antrag gestellt, eine schnelle Schulbedarfsanalyse für den Landkreis Starnberg zu erheben.

Mit großem Beifall wurden die vorgetragenen Denkmodelle der Gilchinger SPD am Schluss belohnt.

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