Tim Klüssendorf (r) kam aus Berlin, um das Erfolgsmodell Gilching selbst zu erleben- ein Erfolg, der dem scheidenden Bürgermeister Manfred Walter (2.v.l.) und seiner SPD zu verdanken ist. Auf dem Neujahrsempfang des Kreisverbands gemeinsam mit dem Ortsverein Gilching im dortigen Rathaus, perfekt orchestriert von den OV-Vorsitzenden Sophie Hüttemann und Christian Winklmeier, war der Generalsekretär Ehrengast und Festredner und konnte sich selbst ein Bild davon machen. So entwickelte sich die Gemeinde Gilching mit rund 20.000 Einwohnern zu einem liebens- und lebenswerten Ort. Eigene Gemeindewerke sorgen für Energie und Wärme, der maßvolle Ausbau von Gewerbegebieten im Laufe der Jahre bescherte dem Ort gute Steuereinnahmen und durch die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen wuchs auch der Ruf der Gemeinde als innovativer Standort. Die gute Verkehrsanbindung durch die S-Bahn und an die A96 trug zur Attraktivität der Gemeinde bei. So zogen immer mehr junge Familien nach Gilching, die ein gutes Angebot an Schulen, Kindergärten und Betreuungseinrichtungen vorfanden und etwas weiter weg von den Seen auch noch einigermaßen erschwingliche Grundstückspreise und Mieten. Der scheidende Bürgermeister hinterlässt nach 18 Jahren im Amt seiner potentiellen Nachfolgerin Steffi Weller (2.v.r.) ein wohl bestelltes Haus. Die 52jährige Bürgermeisterkandidatin mit langjähriger Verwaltungserfahrung will sich dafür einsetzen, dass alle Generationen im Ort eine gute Infrastruktur vorfinden. Auf der sog. Glatze sollen unterschiedliche Wohnkonzepte und neue Wohnformen für 1500 Menschen entstehen, so dass auch gerade ältere Menschen und Familien dort passende Wohnmöglichkeiten finden. Ein Mobilitätskonzept, das allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird, soll dafür noch abgestimmt werden. In der Podiumsdiskussion, souverän moderiert von der Gemeinderätin und Jugendreferentin Selina Rieger (l.), wurde die Situation der Gemeinden noch einmal mehr deutlich.
Die Aufgaben für die Kommunen werden immer umfangreicher, die Finanzierungen dagegen ist nicht mehr aus eigener Kraft zu stemmen. Die Gemeinden brauchen mehr finanziellen Spielraum. Tim Klüssendorf tritt dafür ein, den Anteil der Einkommenssteuer, der bei den Kommunen verbleibt, deutlich zu erhöhen. Denn Geld sei eigentlich genug da, wenn man die Leistungsverweigerer am oberen Ende endlich einmal in die Pflicht nähme, so der Generalsekretär. In diese Richtung zielt der Vorschlag, die Erbschaftssteuer zu reformieren und Steuerflucht nicht mehr als Kavaliersdelikt, sondern als kriminelle Handlung zu bewerten. Arbeit müsste geringer, und Vermögen höher besteuert werden- dann würde sich auch die Schere zwischen Arm und Reich wieder etwas schließen. Die Ungleichheit ist für Klüssendorf ein wesentlicher Grund, dass die Demokratie heute weltweit so stark unter Druck steht. Steffi Weller beschloss die Diskussion mit einer wunderbaren Hommage an die Demokratie, bevor die zahlreichen Gäste noch lange den gelungenen Abend am Büffet ausklingen ließen :
Demokratie ist dort, wo Menschen zuhören, auch wenn sie widersprechen wollen, wo Streit nicht spaltet, sondern klärt. Wo Worte Brücken bauen, nicht Mauern -zwischen Nachbarn und Freunden.
Demokratie ist dort, wo Engagement nicht Pflicht, sondern Haltung ist, wo jede Stimme Gewicht hat, und Verantwortung nicht delegiert wird, sondern geteilt.
Demokratie ist dort, wo BürgerInnen und Bürger einfach helfen und unterstützen, ohne zu fragen: “Was bekomme ich dafür?“ Wo Miteinander stärker ist, als das eigene Interesse.
Demokratie ist dort, wo Ideen wachsen dürfen-unsicher, roh unvollständig-und sie gemeinsam geformt werden, bis etwas entsteht, das vielen dient.
Demokratie ist dort, wo Freiheit nicht nur gesagt, sondern gelebt wird- in Gesprächen, im Widerspruch, in der stillen Bereitschaft zuzuhören.
Demokratie ist dort, wo Gemeinschaft nicht Einigkeit bedeutet, sondern Verbundenheit im Unterschied, wo Hoffnung ein Prozess ist, und jede Meinung zählt, solange sie den anderen nicht zum Schweigen bringt.
Demokratie ist dort wo Gerechtigkeit kein Traum bleibt, wo Gleichheit ein Fundament ist-das Versprechen, dass niemand erhaben ist über den anderen-
Demokratie ist dort, wo wir uns erinnern, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist, aber immer möglich- Es lohnt sich, um diese Demokratie zu kämpfen-jeden Tag,
.
t



Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!